A- A A+ Startseite Patienten‌ & Interessierte Fachkreise

Passwort vergessen?

Bitte Ihre Mitgliedsnummer oder die E-Mail-Adresse sowie die Postleitzahl eingeben. Sie erhalten dann umgehend Anweisungen zum Zurücksetzen des Passworts zugesandt.





Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen
 

 

31.03.2021

Online-Managementforum 2021 – digital und trotzdem nah dran an den Themen!

Am 12. März 2021 fand das Online-Managementforum von PHYSIO-DEUTSCHLAND statt, pandemie-bedingt erstmals digital. Informationen, kollegialer Austausch und der eine oder andere Perspektivwechsel auf die Herausforderungen erwarteten mehr als 120 Leitende Kolleginnen und Kollegen im stationären Bereich bei diesem eintägigen Onlineforum von PHYSIO-DEUTSCHLAND.

Aktuell und nah dran an den drängenden Themen

Von 11 bis 15 Uhr präsentierten fünf Referentinnen und ein Referent zukunftsweisende Perspektiven im stationären Bereich und gaben Hinweise zur Bewältigung der aktuellen Coronapandemie in den Krankenhäusern.

Die Brücke zwischen Vorträgen und interaktiven Diskussionen zwischen den Leitenden Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten schlug Stefanie Fimm als Moderatorin. Als Gesamtleitung der Zentralen Einrichtung für Physiotherapie und Physikalische Therapie, Campus Lübeck/Campus Kiel am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat sie langjährige Führungserfahrung. Als ehemalige stellvertretende Vorsitzende von PHYSIO-DEUTSCHLAND weiß sie ganz genau, wo der Schuh bei den Kolleginnen und Kollegen in stationären Einrichtungen bundesweit drückt und kann ihre eigenen Erfahrungen – auch aus berufspolitischer Sicht - sehr gut einbringen.

Herausforderungen 4.0 – Einblicke und Ausblicke

Der Vormittag des Managementforums stand ganz im Zeichen der Pandemie bedingten und zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen allgemein, aber vor allem auch in den Physiotherapieabteilungen der stationären Einrichtungen.

Den Auftakt machte Sabrina Krause von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Seit 2014 ist sie stellvertretende Leiterin des Bereichs Politik bei der DKG und kennt die Herausforderungen und erforderlichen Weichenstellungen aus erster Hand. In ihrem Vortrag „Herausforderung 4.0 im Gesundheitswesen“ lieferte sie Zahlen und Fakten zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Kliniken. Die Pandemie hat einen massiven Erlös- und Belegungsrückgang in den Kliniken 2020 und sehr wahrscheinlich auch 2021 zur Folge. Schnell gab es einen ersten Rettungsschirm für die Krankenhäuser im Frühjahr 2020. Ein zweiter ist aktuell in der politischen Planung und auch dringend erforderlich. Sabrina Krause zeigte in ihrem Vortrag aber auch Lehren aus der Pandemie auf, die Kliniken zukunftsfester machen und die Patientenversorgung optimieren können. Neben dem Abbau von unnötiger Bürokratie sieht die DKG Zukunftschancen in regionalen Krankenhausverbundstrukturen, die einen Weg für zukünftige Versorgungsangebote sein können. Koordination und Kooperation seien wichtiger als Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern. Die DKG sei offen für Strukturdiskussionen im Allgemeinen, aber auch gerade in Bezug auf die Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe. Zwar gab es einige Gesetze auf Bundesebene, die Weiterentwicklungen im Bereich der Physiotherapie bringen oder schon gebracht haben, aber bei zahlreichen Fragen wie der Schulgeldfreiheit, der Modernisierung der Berufsgesetze sowie der Akademisierung müssten beispielsweise weitere Schritte folgen. Für die DKG habe Personalfindung und -bindung oberste Priorität. Entsprechende konkrete Forderungen dazu hat die DKG im Wahljahr 2021 formuliert.

Nach dem generalisierten Überblick über die Herausforderungen im Gesundheitswesen lenkte Stefanie Fimm den Fokus speziell auf die Physiotherapieabteilungen. In ihrem Vortrag beleuchtete sie die Herausforderungen organisatorisch, ökonomisch, fachlich und auch psychosozial. Die organisatorischen Herausforderungen beanspruchen Leitende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten besonders. Dazu zählen Dienstplanung, Personaleinsatz und der organisatorische Umgang mit der Pandemie an sich. Ökonomische, aber vor allem auch psychosoziale Aspekte erfordern Führungsgeschick und Aufmerksamkeit von Abteilungsleitungen. In Krisenzeiten müssen Ängste und Belastungsgrenzen genauso berücksichtigt werden wie der erhöhte Kommunikationsbedarf. Denn: Die Situation erfordere von Allen erhöhte Flexibilität und Leistungsbereitschaft. Unterstützen können hier individuelle Führungsschulungen und Teamtrainings.

Im dritten Vortragsblock am Vormittag erläuterte die Führungskräftetrainerin und Gesundheitsökonomin Katrin Frohberg die Herausforderungen von Führung unter neuen Rahmenbedingungen. Reibung und Widerstand zwischen neuen Anforderungen und alten Handlungsmustern sind normal. Häufig hätten Führungskräfte keine eindeutige Weisungsbefugnis mehr und Werte konkurrieren mit betriebswirtschaftlichen Zahlen. Katrin Frohberg appellierte an die Zuhörinnen und Zuhörer, mit Zielen zu führen und auch mal ein Machtwort zu sprechen, wenn nötig. Dabei steht im Fokus, dass Arbeitsplätze zwar Lebensräume darstellen, aber Arbeit nicht das Lebensziel ist.

Diesem ersten Vortragsblock schloss sich eine Diskussionsrunde an, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete Nachfragen zu den Referaten stellen konnten, so zum Beispiel zum Personalverlust während der Pandemie oder auch zum immer noch nicht vereinbarten Pflegebudget zwischen GKV-Spitzenverband und der DKG.

Rund um Corona und darüber hinaus

Zwei von drei Vorträgen nach der Mittagpause lieferten direkten Input zum Umgang mit der Pandemie aus Führungs- und aus der fachlichen Perspektive. Im ersten Vortrag griff Dr. Martina Oldhafer gezielt das Thema Führung in Pandemiezeiten auf. Die Medizinsoziologin mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten und stationären Versorgung des Gesundheitswesens lieferte Antworten auf zentrale Fragen von Führung bei veränderten Rahmenbedingungen wie der Corona-Pandemie und wie neue, gute Möglichkeiten über die Pandemie Bestand haben können.

Silke Klarmann ist Teil des physiotherapeutischen Leitungsteams am Universitätsklinikum in Schleswig-Holstein. Sie referierte über die Herausforderungen bei physiotherapeutischen Interventionen bei Patientinnen und Patienten mit Covis19-Infektionen und vermittelte konkrete physiotherapeutische Therapieansätze für die verschiedenen Behandlungsphasen während der Erkrankung. Die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen rund um die Therapie erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassungen dieser Maßnahmen.
Um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestmögliche Sicherheit zu geben, ist Wissen eine Grundvoraussetzung. Durch Entwicklung von fachlichen Therapiestandards für die einzelnen Behandlungsphasen von Patientinnen und Patienten waren und sind gezielte physiotherapeutische Interventionen angepasst an die Situation des jeweiligen Patienten möglich. Auch der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Covid19-Stationen ist ein wesentlicher Faktor in dieser Krisensituation. Voraussetzung für den Umgang mit dieser Pandemie ist, Wissen und die Bereitschaft, erforderliche Veränderungen als Chance anzunehmen und umzusetzen.

Im abschließenden Vortrag des ersten Online-Managementforums von PHYSIO-DEUTSCHLAND beleuchtete Marc Akel die Refinanzierungsmöglichkeiten von stationären Wahlleistungspatientinnen und -patienten. Marc Akel ist seit 2014 Abteilungsleiter der Physiotherapie Johanniter-Kliniken Bonn und engagiert sich berufspolitisch im Beiratdes Landesverbandes Nordrhein-Westfalen von PHYSIO-DEUTSCHLAND. Refinanzierungen sind grundsätzlich möglich und zwar formal über die Gebührenordnung der Ärzte. Das Konzept erfordert allerdings das Vorhandensein eines Facharztes für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Das Vorgehen erfolgt analog der Verordnungsmöglichkeiten der ärztlichen Gebührenordnung und ermöglicht eine Erlössteigerung für physiotherapeutische Leistungen im stationären Bereich, die in vielen Häusern aktuell ohne zusätzliche Einnahmen erfolgen. Als Wahlleistungspatienten gelten Privat- und GKV-Versicherte mit privater Zusatzversicherung für den stationären Bereich.

„Wir danken allen Referentinnen und Referenten sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses ersten Online-Managementforums sehr herzlich für ihr Engagement und ihr Interesse. Ein besonderer Dank geht an Stefanie Fimm für die sehr souveräne Moderation“, erklärt Uwe Eisner, stellvertretender Vorsitzender von PHYSIO-DEUTSCHLAND.

Jetzt schon vormerken und dabei sein

Nach dem Online-Managementforum ist vor dem Online-Managementforum. PHYSIO-DEUTSCHLAND setzt die Veranstaltungen für Leitende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten oder welche, die eine Leitungsfunktion anstreben, noch in diesem Jahr fort:
Das nächste Online-Managementforum für angestellte und angehende leitende Physiotherapeuten in stationären Einrichtungen findet am 05. November 2021 von 11 Uhr bis 15 Uhr statt.

Am 25. März 2022 ist das nächste Managementforum als Präsenzveranstaltung im Rahmen der Messe therapie Leipzig geplant. Die Messe Leipzig hat in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Pandemie die therapie auf das Jahr 2022 verschoben. Wir hoffen, dass die Fachmesse mit Kongress für Therapie, Medizinische Rehabilitation und Prävention im kommenden Jahr vom 24. bis 26. März 2022 vor Ort in Leipzig stattfinden kann.

Aktuelle Informationen zu den Managementforen finden Interessierte immer online unter www.physio-managementforum.de.